Schnelle Lösung, langfristig problematisch

Artikel vom 08. Juni 2024
Zuletzt aktualisiert am 08. Juni 2024

Homepage-Baukästen 1 sind eine beliebte Option für Einzelpersonen und kleine Unternehmen, um ohne größere technische Vorkenntnisse eine Webseite zu erstellen. Die Plattformen bieten hierfür entsprechend Werkzeuge und Vorlagen, die den Designprozess vereinfachen sollen.

Spezifische Anforderungen und mögliche eigene Wachstumspläne sollten jedoch unbedingt berücksichtigt werden.

Hürden bei Homepagebaukästen

Trotz ihrer Vorteile gibt es jedoch auch einige Nachteile, die berücksichtigt werden sollten. Hierzu gehören oftmals begrenzte Anpassungsoptionen. Die Individualisierung der eigenen Website wird oft erschwert, da man auf die vorgegebene Vorlagen bzw. Layouts und Funktionen des Anbieters begrenzt ist. Dies macht sich auch bei der Skalierbarkeit der eigenen Website bemerkbar, da mit wachsenden Anforderungen Baukästen schnell an ihre Grenzen stoßen können. Ebenso steigen, trotz oftmals günstiger Grundkosten, diese deutlich an, wenn zusätzliche Funktionen bzw. sogenannte Premiumdienste benötigt werden. Da man auf die technische Infrastruktur des Anbieters angewiesen ist, kann sich dies zum einen hinsichtlich Ladegeschwindigkeit und Suchmaschinenoptimierung negativ bemerkbar machen. Oftmals, wenn ich mir ein solches Projekt im Kundenauftrag anschaue, stoße ich auf datenschutzrechtliche Probleme. 2 Spätestens bei einem Wechsel kommt es dann ggf. zu Komplikationen beim Ex- bzw. Import oder gar zum Datenverlust. 3

Pagebuilder für WordPress

Eines der herausragenden Merkmale von WordPress ist die Möglichkeit, das Aussehen und die Funktionalität einer Website durch die Verwendung von Themes und Plugins anzupassen. Pagebuilder sind letztlich nichts anderes als Plugins oder integrierte Tools, mit denen Benutzer:innen Websites mithilfe von Drag-and-Drop-Funktionen und visuellen Editoren erstellen und bearbeiten können, ohne dabei auf das Schreiben von Code angewiesen zu sein. Unter den zahlreichen Pagebuildern für WordPress haben sich drei besonders beliebte Optionen herauskristallisiert: Gutenberg, Divi und Elementor.

Der Gutenberg-Block-Editor ist kein Plugin, wie die anderen, sondern seit WordPress Version 5.0 fester Bestandteil des Content-Management-Systems. Inhaltsblöcke wie Absätze, Überschriften, Listen, Bilder und vieles mehr können hinzugefügt und anpasst. Es ist einfach zu bedienen und bietet eine grundlegende Möglichkeit, Seiten und Beiträge zu gestalten, ohne zusätzliche Plugins installieren zu müssen. Anpassungen an das individuelle Theme bzw. Layout können über ein Stylesheet vollzogen werden. Divi, ein Plugin von Elegant Themes ermöglicht eine detaillierte Anpassung von Seitenlayouts und -designs durch die Verwendung von Modulen und bietet eine breite Palette von vorgefertigten Layouts und Designvorlagen. Elementor ist ein weiterer beliebter Drag-and-Drop-Pagebuilder für WordPress mit einer umfangreichen Auswahl an Widgets und Vorlagen, um Websites ohne Codierung zu erstellen.

Da Pagebuilder eine Vielzahl von Funktionen und Designoptionen bieten, können diese (selbst wenn man selbige gar nicht braucht) dazu führen, dass die Website langsamer lädt. Dies kann insbesondere dann ein Problem sein, wenn die Seiten mit Elementen und Effekten überladen sind oder wenn das Hosting nicht leistungsstark genug ist. Beim Design komplexer Layouts oder beim Hinzufügen benutzerdefinierter Stile sind häufiger Schwierigkeiten bei der Responsivität zu beobachten. Dies kann dazu führen, dass die Website auf verschiedenen Bildschirmgrößen und Geräten nicht ordnungsgemäß angezeigt wird.

Probleme insbesondere beim Wechsel des Themes bzw. Layouts

Pagebuilder wie Devi oder Elementor sind in der Regel stark an ein bestimmtes Theme gebunden. Dies kann bei einem Wechsel zu Kompatibilitätsproblemen führen, d. h. dass Layout oder Design der Website beschädigt wird oder Funktionen nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten.

Ebenso können Anpassungen, die mit einem Pagebuilder vorgenommen wurden, verloren gehen. Dies gilt ebenfalls für proprietäre Funktionen und Module, die vom Anbieter speziell für das jeweilige Theme entwickelt wurden. Oftmals liegen in der Datenbank um die einzelnen Elemente wie Bild, Textblock etc. Codes, die mühsam entfernt werden müssen, bzw. es kann sogar günstiger sein, alles gleich neu zu machen.

Handlungsempfehlungen

Pagebuilder können hilfreich sein, aber ist es wirklich das, was Sie benötigen? Der hauseigene Editor Gutenberg bringt in vielen Fällen alles mit, was man im Arbeitsalltag mit einer selbst gehosteten Website unter WordPress braucht. Das Theme bzw. Layout 4 kann exakt nach Ihren Wünschen und Vorstellungen gestaltet werden. Es werden nur Plugins verwendet, die wirklich gebraucht werden. Die Ladezeiten sind deutlich niedriger, da nur die Dinge geladen werden, die benötigt werden. Die Kosten sind transparent anstatt diverser Abonnements, deren Gebühren im Laufe der Zeit erheblich werden können, insbesondere wenn sie auf mehreren Websites verwendet werden. Gerade aus diesen Gründen verzichte ich auf die Gestaltung unter Zuhilfenahme externer Pagebuilder.

Autor: Internet-Marketing Inh.: Frank-M. Nowara
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